Generationengerechtigkeit
Generationengerechtigkeit

Eine Politik auf Pump stellt eine Bürde für die Wirtschaft und für die kommenden Generationen dar. Wir, DIE JUNGEN UNTERNEHMER, setzen uns daher für eine dauerhafte Sanierung der öffentlichen Haushalte ein: Die schwarze Null muss zur Regel werden und wir müssen endlich anfangen, Altschulden zu tilgen. Generationengerechtigkeit bedeutet zudem, dass die demographischen Lasten der Sozialversicherungssysteme von allen Altersgruppen getragen werden – und nicht nur von den heute jungen Menschen.

 

Forderungen

Generationengerechtigkeit in der Rentenpolitik

Forderungen von DIE JUNGEN UNTERNEHMER

Unsere Gesellschaft schrumpft und wird immer älter. So kommt das Rentensystem mächtig unter Druck: Heute wird ein Rentner von fast drei Beitragszahlern finanziert, in nicht einmal zwei Generationen wird es fast nur noch einer sein. Die Folge: Mehr Rentenempfänger – bei gleichzeitig weniger Beitragszahlern.

Deswegen kritisieren wir das Rentenpaket der Bundesregierung, das bis 2030 insgesamt bis zu 233 Milliarden Euro kosten wird. Besonders schlimm ist die Signalwirkung der Rente mit 63. Denn in einer älter werdenden Gesellschaft müssten eigentlich alle Menschen länger arbeiten, statt früher in Rente zu gehen. Die Kosten für diese verfehlte Politik werden einseitig uns, der jungen Generation, aufgelastet. Und das zusätzlich zu den über zwei Billionen Euro Staatsschulden, die wir junge Menschen schultern müssen.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, für mehr Generationengerechtigkeit zu sorgen. Solidarität zwischen den Generationen darf keine Einbahnstraße zugunsten der heute Älteren sein.

 

Rente

Entgegen jeglicher Vernunft!

Als Politik gegen die junge Generation könnte man das umschreiben, was die schwarz-rote Bundesregierung im ersten Viertel ihrer Amtszeit im Bereich der Rente abgeliefert hat. „Rente 63“ und „Mütterrente“ als wesentliche Bestandteile des „Rentenpakets“ sind ein Rückfall in alte Zeiten, als das Geld der Sozialversicherungen mit vollen Händen ausgegeben wurde. Nur sind die Zeiten heute andere. Sie sind maßgeblich geprägt von den demografischen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft. Die dauerhafte Finanzierung der rentenpolitischen Maßnahmen von Union und SPD obliegt demzufolge auch in erster Linie der schrumpfenden jungen Generation. Sie stellt eine zusätzliche Belastung der Jungen für die Zukunft dar.

 
Rente 63

Die „abschlagsfreie Rente ab 63“ ist in seiner Ausgestaltung der mit Abstand generationenungerechteste Teil des „Rentenpakets“. Denn sie wirkt wie ein Brandbeschleuniger des demografischen Wandels. Bereits ohne die rentenpolitischen Maßnahmen wird die Zahl der Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung schrumpfen. Mit der „Rente 63“ wird sich die Anzahl der Beitragszahler noch einmal verknappen, das diese früher in Rente gehen und somit als Einzahler in die Rentenversicherung nicht mehr zur Verfügung stehen. Finanziell schultern müssen dies die übrigen Beitragszahler über höhere Rentenbeiträge.

 
 
Mütterrente

Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob die Erhöhung von einen auf zwei Rentenpunkte für Mütter und Väter, die Erziehungszeiten für Kinder vorweisen können, die vor 1992 geboren wurden, gerecht oder ungerecht sind. Fakt ist aber, dass die „Mütterrente“ über Beiträge finanziert nicht zur Nachhaltigkeit bei der Rentenversicherung beiträgt, sondern einzig eine Würdigung der Leistungen der Vergangenheit darstellt. Es wäre in der Tat sinnvoller gewesen, dieses Vorhaben aus dem Steuertopf bei entsprechender Gegenfinanzierung zu bestreiten als den Beitragszahler damit zu belasten.

 
 
Flexi-Rente

Die Flexi-Rente ist der Versuch, die negativen Auswirkungen der „Rente 63“ für den Arbeitsmarkt und den Fachkräftebedarf der Unternehmen zumindest etwas abzumildern. Dafür bedarf es allerdings einer Flexibilität, die in erster Linie auf das längere Arbeiten im Alter abzielt und dafür die entsprechenden Anreize setzt. Die Vorschläge zur Abschaffung der Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie die Individualisierung der Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung werden dabei genauso unterstützt wie der Abbau arbeitsrechtlicher Hemmnisse bei der Beschäftigung von Rentnern.

 
 
Lebensleistungsrente

Auch bei der Lebensleistungsrente will man vermeintliche Ungerechtigkeiten beseitigen, schafft aber gänzlich neue. Unter dem Motto: Wer gearbeitet hat soll mehr Rente bekommen als jene, die nicht gearbeitet haben und die Grundsicherung im Alter bekommen. Dafür wird die Rente derer, die gearbeitet haben, aufgestockt, wenn sie sich auf einem niedrigen Niveau befindet. Neue Ungerechtigkeiten werden aber geschaffen, weil diejenigen, die in den Genuss der Lebensleistungsrente kommen, jenen gleichgestellt werden, die zwar während ihres Erwerbslebens mehr Rentenentgeltpunkte angesammelt haben, es dennoch nur auf das Niveau der Lebensleistungsrente schaffen. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht!

 
 
 

Positionspapier

Digitalisierung – auch eine Frage der Generationengerechtigkeit

Für uns gehört zur Wahrung der Generationengerechtigkeit gerade auch die Bewältigung der Digitalisierung. Denn nur wenn wir hier offensiv unsere Chancen nutzen, wird die nächste Generation einen politischen und ökonomischen Handlungsspielraum haben. Leider sind wir in Deutschland schon spät dran mit der Bewältigung der Digitalisierung. Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren! DIE JUNGEN UNTERNEHMER fordern deswegen, die Mittel für den Breitbandausbau nur in Glasfaser zu stecken – nur das hat Zukunft. Wir brauchen gleichzeitig ein modernisiertes Arbeitsrecht, dass an die neue flexible Welt angepasst ist. Und wir müssen in Deutschland dringend ein Wahlpflichtfach Informatik einführen – wenn Schüler Programmieren lernen wollen, sollte das auch möglich sein.

 

Positionspapier

Die schwarze Null in der Flüchtlingskrise

Die Datenbasis über die Zahl der Flüchtlinge, ihren Verbleib sowie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ist noch sehr ungenau. Auch für die genauen Gesamtkosten der Flüchtlingssituation in 2015 liegen noch keine Zahlen vor. Insofern ist es sehr schwer zu prognostizieren, inwiefern die schwarze Null durch die Flüchtlingssituation kurzfristig gefährdet ist.
Es lässt sich jedoch schon jetzt sagen, dass dies letztendlich vom politischen Willen abhängt.

 

Positionspapier Haushaltspolitik

Eine Zeitwende in der Haushaltspolitik?

Die Staatsverschuldung in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Dies schien fast ein Naturgesetz zu sein. Den Verzicht auf die Aufnahme neuer Schulden im Bundeshaushalt 2015 begrüßen wir jungen Unternehmer deshalb ausdrücklich im Namen der Generationengerechtigkeit. Dass die schwarze Null jetzt sogar schon im Ist 2014 erreicht wurde, ist natürlich umso besser. Gerade jetzt dürfen wir jedoch den Konsolidierungskurs nicht verlassen. Der Schuldenstand in Deutschland ist immer noch besorgniserregend hoch.

 

Video

Hallo Frau Nahles!

Mit der jungen Generation hat Frau Nahles nicht gerechnet - im wahrsten Sinne des Wortes: Die Rente mit 63 bürdet künftigen Generationen eine milliardenschwere Last auf, zusätzlich zu den hohen Staatsschulden, die unsere Kinder und Enkelkinder bereits zu schultern haben. So kann es nicht weitergehen. Die Lasten unserer Sozialsysteme müssen für alle Generationen fair verteilt werden. DIE JUNGEN UNTERNEHMER fordern daher einen Gipfel für die junge Generation.

Aktionen

Protest-Aktion gegen die Rente mit 63!

Anlässlich der ersten Lesung über das Gesetz zur Rente mit 63 im Bundestag haben die Mitglieder von DIE JUNGEN UNTERNEHMER vor dem Arbeitsministerium in Berlin gemeinsam mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gegen das Rentenpaket protestiert.

 

Pressemitteilungen

20.02.2017

Junge Unternehmer zum Rentengipfel mit Andrea Nahles

Johanna Strunz: Wir brauchen eine grundlegende Rentenreform

Zum zweiten Mal lädt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles morgen in ihr Ministerium ein, um mit jungen Vertretern aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge zu diskutieren. DIE JUNGEN UNTERNEHMER fordern eine zukunftsfeste Rentenreform. „Ich erwarte vom Treffen ein offenes Gespräch. Die Fakten zum demographischen Wandel und der Finanzierungsfähigkeit des aktuellen Rentenmodells müssen ehrlich angesprochen und endlich überarbeitet werden“, sagt Johanna Strunz, stellvertretende Vorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER.

 

Einige von uns

Simone Günnel

Günnel Bau GmbH & Co. KG, Berlin

„Es dürfen nicht immer mehr Lasten in die Zukunft verschoben werden – sei es über Schulden, verfallende Infrastruktur oder Pensionslasten. Generationengerechtigkeit ist keine Einbahnstraße, sondern muss auch für die heute jungen Menschen gelten.“
 

Fakten zum demografischen Wandel:

  • Wir werden gleichzeitig älter und weniger. Das ist der Hintergrund, vor dem alle rentenpolitischen Beschlüsse betrachtet werden müssen.
  • Die gesamte Bevölkerung wird nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis 2060 auf 65 bis 70 Millionen Menschen zurückgehen.
  • Damit einher geht ein deutlicher Anstieg des durchschnittlichen Alters der Bevölkerung: 2060 werden die 65-Jährigen und Älteren rund 34 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
  • Laut OECD werden schon 2050 auf einen Rentner nur noch 1,5 Beitragszahler kommen. In 2012 kamen in Deutschland noch 2,9 Beitragszahler auf einen Rentner.
 

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